Do
20
Aug
2009
Wie schreibe ich ein Gedicht?
Das Verfassen von Lyrik ist mit Sicherheit ein sehr komplexes Thema und wird individuell angegangen. Künstlerische Freiheit eben.
Ich versuche, in diesem Artikel meine persönliche Vorgehensweise zu beschreiben, mit der ich auch heute wieder ein Gedicht geschrieben habe.
Als Erstes brauchte ich eine Inspiration, eine gute Idee, eine starke Emotion.
Dann, als Zweites, entschließe ich mich, ein Gedicht darüber zu schreiben/daraus zu machen.
Dann notiere ich alles, was mir bereits dazu eingefallen ist und dabei kommt mir noch Weiteres in den Sinn. Ich praktiziere quasi Brainstorming.
Dann wähle ich die Stichpunkte aus, die mir am besten gefallen, mir besonders schlagkräftig vorkommen, und beginne, sie zu Versen zu formen.
Das heißt, ich mache aus dem Besten meiner Notizen halbwegs vollständige Sätze und ordne sie sinnvoll an.
(Ob man am PC oder mit der Hand schreibt, ist meiner Meinung nach egal. Nur verbraucht man handschriftlich natürlich mehr Papier.)
Hier kommt dann für gewöhnlich der Punkt, an dem ich mich entscheide, ob es ein sich reimendes Gedicht wird oder nicht.
Um Reime zu finden, nehme ich mir immer die entsprechenden Wortendungen her und gehe im Geiste alle Buchstaben durch, die man davorsetzen könnte, sodass es einen Sinn ergibt.
z.B.: Sonne, Endung: onne, Mögliche Reime: Mit N: Nonne, Mit T: Tonne, Mit W: Wonne.
Oft finde ich auch passende Reime, indem ich noch Silben vor die Endung setze.
z.B. Reim, Endung: eim, Möglicher Reim: Heim -> geheim
Und auch unreine Reime sind Reime und können sogar als Hervorhebung des/der jeweiligen Worte/s verwendet werden.
z.B. kannst, Endung: annst, Unreine Reime: tanzt/stanzt
Auch das Umstellen von Satzgliedern oder das Verwenden von Synonymen erweist sich bei der Reimfindung immer wieder als nützlich.
Gedichte, die sich nicht reimen, erscheinen mir persönlich leichter zu erschaffen.
Also als Anfänger vielleicht lieber erstmal ein Gedicht ohne Reime schreiben.
Dann achte ich noch darauf, dass das Gedicht gut klingt.
Hierbei hilft lautes Vorlesen ; )
Stolpersteine müssen eine besondere Wirkung erzielen wollen, oder sie werden ausgemerzt.
Mit dem Versmaß befasse ich mich zugegebenermaßen also nur oberflächlich.
Meine Stilmittel entstehen praktisch von selbst, mit dem Stichpunkte aufschreiben und Wörter anordnen. Natürlich kann man sich auch wenn das Grundgerüst schon steht noch den ein oder anderen
schönen Vergleich etc. überlegen.
Und natürlich bemühe ich mich nicht nur bei Prosa, sondern auch beim Dichten um einwandfreie Rechtschreibung, Zeichensetzung und abwechslungsreichen Stil, es sei denn, ich beabsichtige zufällig gerade das Gegenteil.
Außerdem weiche ich nicht vom Blatt / vom open-office-Dokument, bis mein neues Gedicht fertig ist, damit ich die ganze Zeit über in möglichst der selben Stimmung bin. Ich verteile das Verfassen also nicht auf mehrere Tage oder so.
Was für mich auch noch ganz wichtig beim Dichten ist: Ruhe und Alleinsein.
Sonst werde ich abgelenkt und ich zeige anderen Leuten irgendwie auch nur ungern halbfertige Werke. Perfektionismus wahrscheinlich ; )
Wie gesagt, ich habe hier meine ganz eigene Methode erklärt und hoffe, es war interessant für dich, lieber Leser ^^. Dichtest du selbst auch, schreib mir doch einen Kommentar, was du dabei anders/genauso machst.
1 Kommentar
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#1
Vorher habe ich oft Gedichte geschrieben. Niemand hat aber sie gelesen. Es war interessant für mich deine Vorgehensweise zu erfahren. Die ist meiner sehr ähnlich :)
Liebe Grüße,
Nicole 