So

04

Okt

2009

Schreiben lernen per Fernstudium: Das spricht dagegen, das ist die Alternative (kostenlos und effektiver)!

Ich war mal neugierig und hab mir von einem der vielen "Schreiben lernen per Fernstudium"-Anbieter Infomaterial zukommen lassen.

Zum einen, um einen informativen Blogartikel darüber zu schreiben und zum anderen, weil ich mich schon ernsthaft für Möglichkeiten interessiere, mich zu verbessern.

Das ist nun schon mehrere Monate her und ständig bekomme ich einen neuen Brief, dass ich mich doch endlich anmelden soll.

Schon allein diese aufdringliche Art schreckt mich ab. Aber es gibt noch viele weitere Gründe, warum ich mich gegen das Fernstudium entschieden habe.

 

- Der Preis. Einfach horrend, für ein paar Lehrhefte und die seltenen Hausarbeiten-Korrekturen.

- Die Probelektion. Ganz ehrlich, da stand nichts Neues für mich drin. Oder Tipps, die mir blödsinnig erschienen und die ich nicht umsetzen würde.

Und obendrein wählt man für so eine Probelektion ja gewöhnlich die besten Ratschläge aus, die man auf Lager hat, man will ja schließlich überzeugen.

Dafür war dieses Testheft echt ultra schwach.

- Die Tatsache, dass es sich um eine profitorientierte Firma handelt. Denen ist es doch im Endeffekt egal, ob man was lernt, Hauptsache, man bleibt dabei und zahlt schön brav. Die Kritiken an den eingeschickten Arbeiten werden wahrscheinlich dementsprechend einschleimerisch und wenig hilfreich ausfallen.

- Das Zertifikat zum Schluss ist quasi wertlos, es besagt lediglich, dass man nicht abgespungen ist und ordentlich geblecht hat. Verleger lächeln über so was.

- Man bekommt beigebracht (also wenn es funktioniert), wie die Masse zu schreiben (langweilig) und muss sich mit allem möglichen auseinander setzen, auch mit Gebieten, in denen man vielleicht gar nicht tätig sein will (z.B. Kinderbücher, Sachtexte schreiben).

Die Alternative:

Stelle deine Geschichten ins Internet und sammle Kommentare von Lesern, suche dir zusätzlich einen Beta-Leser (jemanden, der dir einzelne Textpassagen korrigiert, bevor du sie für jedermann freischaltest).

Das kostet nichts, ist viel persönlicher, macht mehr Spaß (weil du nur schreibst, was du willst) und zeigt mit Sicherheit auch mehr Effektivität.

Das war meine Vorgehensweise in den letzten Jahren und sie hat mich wirklich enorm weiter gebracht.

Hierfür besonders empfehlenswerte Websites:

www.fanfiktion.de

www.schreibwerkstatt.de

Um viele Reviews (Kritiken) zu bekommen, ist es hilfreich, anderen Autoren oft etwas Nützliches zu schreiben.

Es gibt auch Rubriken und Genres, in welchen besonders viel kommentiert wird (Fanfiktions zu beliebten Serien, Erotik), aber das Beste ist immer noch, wenn du einfach schreibst, worauf du gerade Lust hast und dich nicht an potentiellen Leserzahlen orientierst.

Zum Ausfindigmachen von Beta-Lesern gibt es spezielle Forenecken, oder du erwähnst einfach im ersten Kapitel einer Geschichte, dass du einen gebrauchen kannst. Oder frag die anderen user direkt.

Sehr viel Spaß macht es auch, in Partnerarbeit eine Geschichte zu schreiben (an dieser Stelle einen lieben Gruß an Lisa). Da motiviert und korrigiert man sich gegenseitig und der Handlungsverlauf ist für einen selbst spannender, da weniger offensichtlich.

Auch hier einfach wieder im Forum nach anderen Autoren suchen oder persönlich anfragen.

Beachte aber, dass du eine im Internet veröffentlichte Geschichte nicht mehr zu einem Verlag tragen kannst.

Wenn du nur üben möchtest, wie man eine Handlung entwickelt, probiere die Rollenspiele (nein, kein cs) auf animexx.de.

 

Die Fernlehrgänge verspechen einem nach dem abgeschlossenen (Pseudo-)Studium gute Chancen auf eine Buchveröffentlichung.

Ich habe mit der Gratis-Internet-Methode schon mehrere erreicht (und nebenbei viele, viele wertvolle Kontakte zu anderen Autoren geknüpft).

Außerdem glaube ich an die Gerüchte, dass die Anbieter der Fernstudiengänge mit Druckkostenzuschussverlagen zusammenarbeiten.

So was darf man nicht unterstützen.

 

Ich gebe zu, dass ich mich nur mit 2,3en dieser Schulen gründlich auseinander gesetzt habe. Ich schließe auch nicht 100%ig aus, dass es unter den vielen eine Gute gibt. Aber besser als die oben vorgestellte Alternative kann meiner Meinung nach keine sein.

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Kommentare: 1

  • #1

    Chris Richter (Mittwoch, 07 Oktober 2009 11:02)

    Ich stimme dir völlig zu. Es ist wahr, dass man alleine mehr lernt. Hauptsache ist, dass man Lust darauf hat. Das Studium ist keine Garantie für Erfolg.

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