Do

04

Feb

2010

Ueber die Existenz von DKZVs in Zeiten von bod

Immer interessiert meldete ich mich vor ca. einem dreiviertel Jahr bei einem weiteren Forum für Autoren auf Verlagssuche an. Im Anschluss musste ich feststellen, dass der Betreiber der Besitzer eines DKZVs war und das Forum extrem für die Autorenanwerbung nutzte. Im ersten Moment wollte ich entsetzt flüchten, doch dann begannen er und sein Forum, mich zu amüsieren und ich blieb.

 

Da es seit geraumer Zeit möglich ist, auch ganz ohne Verlag sehr kostengünstig über bod zu verlegen, drängte sich - nein, Präsens: drängt sich - mir die Frage auf, wie es immer noch existente Druckkostenzuschussverlage geben kann.

 

Als dieser, laut eigener Aussage erschwingliche, Dienstleister mit eigenem Forum für Verlagssuchende sich letztens sehr negativ gegenüber dem books-on-demand-Verfahren geäußert hat, konnte ich es nicht lassen, meine Meinung abzugeben.

 

Der "Verleger", wie er sich nennt - kurzer Einschub:

ver|le|gen <sw. V.; hat> [mhd. verlegen, ahd. ferlegen; 7: urspr. = Geld (für die Druckkosten) ausgeben ...

Quelle: Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 6., überarbeitete Auflage. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich: Dudenverlag 2007.

Weiter gehts :)

Also, der Herr "Verleger" sprach folgendes Machtwort: Es sei viel besser, bei ihm kostenpflichtig zu veröffentlichen, hauptsächlich, da bod unzumutbare Endkundenpreise mit sich bringe, nämlich (im wahrsten Sinne des Wortes XD ) unglaubliche 15 € für 50 Seiten Lesestoff.

 

Ich hab dann seine Argumente für völlig überzogen erklärt und auf einen Preisrechner bei bod.de hingewiesen, der für Klarheit sorgen sollte.

Außerdem habe ich seine Eigenwerbung stark kritisiert und meine Verwunderung über das Noch-Bestehen seines - im Vergleich zu bod extrem teuren (Vierstelliger Betrag <-> Zweistelliger Betrag) - Dienstleistungsunternehmens kund getan.

Da er als allerersten Punkt in seinem neuen Thread vorsorglich gedroht hatte, alle negativen Kommentare über DKZVs in seinem Forum zu löschen, nannte ich ihn feige und unprofessionell.

 

Nun ja, dann kamen verschiedene private Nachrichten zu mir ins Postfach.

Forumsmitglieder dankten mir für meine Meinungsäußerung, ich spräche ihnen aus der Seele.

"Verleger" (ich liiebe es, ihn in Anführungsstrichchen zu setzen) bezichtigte mich der Verleumdung (das heißt übrigens: Behauptung falscher Tatsachen, aber IHR wisst das sicher alle) und bat mich scheißfreundlich und gütig, meinen Kommentar "zu entschärfen", er wolle keinen Stress und meine Unverschämtheit sei sicher auf meine naive und impulsive Jugendlichkeit zurückzuführen.

 

Da mein erster Diskussionsbeitrag wider Erwarten noch da war, schrieb ich in einem Zweiten, er sei doch nicht feige und unprofessionell.

Inzwischen hatte er weitere Argumente gegen bod und für seinen Druckkostenzuschussverlag genannt:

 

- er würde sich schämen, ein 90seitiges Buch für 9,90€ zu verkaufen.

Also das kann ich verstehen, einen Druckkostenzuschuss und dann noch mal beim Buch mitverdienen wollen?! Da würd ich mich schon allein für das vom Autor verlangte Geld schämen.

Ich antwortete: Normalerweise ist es so, dass der Endkunde den Verlag entlohnt, nicht der Autor.

Ohne Verlag zwischengeschaltet mit bod zu veröffentlichen, senkt den Verkaufspreis nochmal bisschen. Aber der Verlag hat eben auch Anrecht auf ein wenig Gewinn und als neuer Autor muss man nun mal irgendwo Kompromisse eingehen.

Ansonsten ist der Verkaufspreis eines bod-Buches ziemlich unabhängig von der Seitenzahl. Bei Noel z.B. kann man als Autor für ein Buch beliebiger Dicke einen Verkaufspreis zwischen 10 und 15€ festlegen.

Und an dieser Stelle noch mal ein Verweis auf den bod-Preisrechner.

 

"Verleger"s weitere Argumente für eine DKZ-Veröffentlichung:

- bod verlange eine druckfertige pdf-Datei, die der Ottonormalbürger nicht erbringen könne

-> bod bietet es ganz idiotensicher an, Textdokumente in pdfs umzuwandeln und hat für Bücher mit vielen Bildern einen sogar noch idiotensicheren Assistenten

(ein Ottonormalbürger kann jedoch meist keinen Druckkostenzuschuss erbringen)

 

Ich riet dem "Verleger" und den Leuten im Forum, einfach mal auf die bod Seite zu schauen XD

 

- bod sei nicht an den Großhandel angeschlossen, er schon

-> Der Großhandel hält von DKZVs auch nicht mehr, wenn nicht sogar weniger als von bod; wenn sich bod-Bücher bei Amazon gut verkaufen, erkennt der Großhandel sowieso das Geschäft

 

- bod-Bücher seien nicht immer verfügbar

-> bod.de wirbt für seinen 24h Service, zusätzlich kann man als Verlag oder Autor ein paar Bücher zum Verkauf bunkern

 

- im Gegensatz zu bod druckt er nicht alles

-> Klar, denn er druckt nur Sachen von Leuten mit Kies XD

 

- Sein DKZV kümmert sich mehr um die Bewerbung der Bücher als bod

-> bod macht wirklich keine Gratis-Werbung für einzelne Bücher. Doch kommt der Wert der Werbemaßnahmen "Verleger"s in etwa an die Höhe des Druckkostenzuschusses heran? Er erzählte was von einer Präsentation auf der Buchmesse, die bekommt man häufig auch bei einem mit bod arbeitenden Verlag auch. Absolut umsonst.

Wahrscheinlich investiert "Verleger" im allgemeinen lieber ins Anlocken neuer Autoren-Kunden (und wenns nur in seinem Forum ist - Zeit ist auch Geld). Die neuen Autoren werden mit jedem weiteren positiven Kommentar über bod ja auch immer schwieriger zu angeln. 

 

Nachdem ich offensichtlich weiter Propaganda für bod anstatt von Druckkostenzuschuss gemacht und meinen ersten Kommentar nicht verändert hatte - die Beleidigung (feige, unprofessionell) hatte ich jedoch wie schon erwähnt im Zweiten öffentlich zurückgenommen - bekam ich eine letzte Abmahnungsmail von "Verleger".

 

Nach notorischer Sturheit meinerseits (ich bin Sternzeichen Stier XD ) wurde ich nun vor ca. einer halben Stunde aus dem Forum für Verlagssuchende des "Verleger"s gekickt.

 

Macht nichts, es gibt viele andere Foren in der Art, und das ganz ohne störende Eigenwerbung des Betreibers. 

Und der kleine Streit mit "Verleger" hat mir richtig Spaß gemacht :)

 

Hier bei mir könnt ihr mit der Kommentarfunktion gerne frei eure Meinung äußern.

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Kommentare: 7

  • #1

    Yashi (Samstag, 06 Februar 2010 15:56)

    XXD wie geil.. lol. Wusste gar nicht das du nen eintrag dazu gemacht hast haha.
    Also ich war ja auch bei einem der Foren von besagtem Herren xD
    und naja mich hats auch nicht lange da gehalten. Allein die tatsache das ich als Autor.. oder in meinem Fall eher zeichner.. geld bezahlen muss um veröffentlicht zu werden, da kann ich nur den kopf schütteln. Nen seriöser verlag würde sowas nie verlangen, weil die ja schliesslich an einem verdienen xD naja hust hust. Da muss die quallität seiner "bücher " ja echt geilo sein wenn der noch geld dafür nimmt... *ironie fliegt tief achtung*
    naja was soll ich noch gross dazu sagen..? Du hast soweit alles erzählt und ich kann dir nur beipflichten xD lass dich nicht ärgern und sei froh aus dem zirkel raus zu sein haha

  • JimdoPro
    #2

    Gabriela Bieber (Samstag, 06 Februar 2010 19:39)

    Hi Yashi,
    danke für den Kommentar.
    Naja, es ist schon schwierig, auch als guter Autor (wie es bei Zeichnern ist, weiß ich nicht genau) bei einem richtigen Verlag unterzukommen, die lesen sich das Zeug von Neuen meistens gar nicht erst durch. Mit Sachen von Prominenten oder welchen, die schon im Ausland erfolgreich waren, ist man halt einfach auf der sicheren Seite.
    Insofern hatte ich echt einen Glückstreffer mit meiner Veröffentlichung bei Noel und ihrem bod-Konzept.
    Aber wenn ich schon keinen richtigen Verlag finde, dann geh ich doch lieber allein zu bod und zahl 40€, als woanders mindestens nen Tausender! Wie gesagt, mir ist das ein Rätsel.
    bod druckt übrigens auch Mangas, wenn du mal einen Nicht-Fanart-Doji fertig hast ;)
    Ich würd ihn kaufen, auch zu dem furchtbar hohen bod-Endkundenpreis ;)
    lg, dein biberlein

  • #3

    Elisa (Sonntag, 07 Februar 2010 21:33)

    Wie geil! X3
    Jaja, ich werde hier Dauergast (hab eben deinen Blog gefunden! ;) ). Also ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was sich DKZVs so einbilden, wenn man ihre Preise sieht. Aber da solche Verlage meist in Insiderkreisen bekannt sind, werden die dort veröffentlichten Bücher selten in Geschäften vernünftig ausgelegt, sodass sie an der Veröffentlichung des Autors kaum verdienen können - also muss der Autor selbst Geld geben. Eine riesen Sauerei - aber müßig sich darüber ernsthaft aufzuregen... solche Leute wird es wohl immer geben, die mit ahnungslosen, hoffnungsvollen Menschen schnelles Geld machen wollen!^^

    lG

  • #4

    Ohje (Montag, 08 Februar 2010 09:33)

    Du bist ja mächtig eingebildet o__O

  • JimdoPro
    #5

    Gabriela Bieber (Montag, 08 Februar 2010 11:08)

    @ Ohje
    Ohje, jetzt kann ich dich wegen der deklarierten freien Meinungsäußerung auf meinem Blog nicht löschen XXD
    Wem gilt das Kompliment denn? Mir oder Elisa?
    Äh, ich glaube, es trifft auf uns beide nicht zu. Wir bemühen uns nur um selbstbewusstes Auftreten, um mit unseren Argumenten zu überzeugen. Falls du ein DKZV-Verleger oder Autor bist: Hey, bei deinem nächsten Buch kannst du immer noch dein Konzept ändern!

    @ Elisa
    Naja, bod Bücher werden auch nur in Geschäften ausgelegt, wenn sie wirklich ein riesen Erfolg sind. Aber wenn ich schon als Autor das Marketing allein machen muss, dann kann ich mir bei bod einen Haufen Kies sparen.
    Bod hat als Druckerei wenigstens noch ein Interesse am Verkauf des Buches, DKZVs können auch einfach neue Autoren ködern um sich über Wasser zu halten. Diese Tatsache würde ich als Autor auf Verlagssuche extrem irritierend finden. (So ähnlich wie: Der Arzt verdient an deiner Krankheit, nicht Gesundheit o_O)

    Grüße euch zweien,
    Gaby

  • #6

    alice hive (Mittwoch, 10 Februar 2010 22:24)

    Lieber mächtig eingebildet, als mächtig bescheuert. :)

  • JimdoPro
    #7

    Gabriela Bieber (Donnerstag, 11 Februar 2010 17:33)

    rofl XD der war echt gut!

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