Sa

13

Feb

2010

Interview mit der Autorin von "Mein Borderline und ich", Johanna Junk

Mein Borderline und ich
Biographie und Ratgeber
Autorin: Johanna Junk
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN:  978-3-86850-503-0

 

Das Buch soll sensibel machen für Verhaltensweisen von Erkrankten, Verständnis bringen und Mut machen sowie Möglichkeiten der Heilung aufzeigen.

 

Ich dachte, ihr könntet euch dafür interessieren und habe mal die Autorin Johanna Junk interviewt.

 

Legende: Johanna Junk, Ich 

1. Erzähl doch bitte erst mal kurz ein wenig zu deiner Person.

Da gibt es momentan nicht viel zu erzählen. Ich bin fast fünfzig Jahre alt, lebe mit meinem Mann und unserem Hund in dörflicher Lage im Eigenheim mit großem Garten. Durch viele schwerere Kopfunfälle und durch das, was ich als Mensch mit- und durchmachen musste, bin ich schwerbehindert und bekomme eine Rente.

 

2. Warum benutzt du (im Gegensatz zu mir) ein Pseudonym? Was möchtest du dadurch vermeiden?

Unter einem Pseudonym schrieb ich, um meine Familie zu schützen. Diejenigen, die es betrifft, wohnen in einer anderen Stadt. Es ist so, dass ich heute ein einigermaßen neutrales Verhältnis zu meiner Mutter aufgebaut habe, welches ich gerne erhalten möchte.  

 

3. Und nun einen kleinen Vorgeschmack auf den Handlungsverlauf deines Buches "Mein Borderline und ich"?

Das Buch ist in drei Teile geteilt. Ich schildere meine Erkrankungen, die körperlichen und seelischen, die Hintergründe dazu. Im zweiten Teil lasse ich den Leser an meinem Leben teilhaben, ihn Revue passieren in meine Vergangenheit. Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Weg meiner Heilung, der durch einen Klinikaufenthalt in Gang gesetzt wurde. Auch da lasse ich den Leser hautnah miterleben.

 

4. Kannst du ein bisschen vom Schreibprozess an sich erzählen, von der Entstehung eines Buches?

Mein Buch ist über sehr viele Jahre hinweg entstanden…

Ich begann vor dreizehn Jahren, aus einer bestimmten Lebenssituation heraus, alles aufzuschreiben weil niemand da war, mit dem ich hätte drüber reden können. Da merkte ich, wie entlastend das Schreiben ist. Du übergibst es dem Papier und kannst es aus dem Kopf entlassen. Früher schrieb ich alles in ein großes A-4 Buch hinein, welches ich später abtippte. Heute setze ich mich einfach an meinen Lapi und tippe. Das kann ich am besten früh morgens und wenn ich allein bin. Ich denke nicht großartig darüber nach, sondern tippe einfach, was in mir steckt. Später sortiere ich dann.

 

5. Was waren die größten Herausforderungen während des Schreibens von "Mein Borderline und ich"?

Die größte Herausforderung war, die Puzzleteile, die ich über Jahre hinweg zusammengeschrieben hatte, zu einem sinnvollen Ganzen zusammen zu setzen. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen. Dieses Buch ließ ich aufgrund seiner Besonderheit auch lektorieren und korrigieren, da ich selbst zu voreingenommen war.

 

6. Welche Passage von "Mein Borderline und ich" bedeutet dir eigentlich am meisten bzw. ist dir deiner Meinung nach am besten gelungen?

Ich finde jeden Teil gleich gut gelungen und gleich wichtig.

 

7. Was die Leute bei solch persönlichen Werken immer interessiert: Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Geschichte aufzuschreiben und publik zu machen? In Verbindung dazu: Was motivierte dich während des Schreibprozesses, was waren deine Gründe für die Veröffentlichung?

Veröffentlichen wollte ich es, um einerseits für mich einen Abschluss zu finden und andererseits, weil ich damit auch Hilfestellung geben möchte Menschen gegenüber, die mit einem an Borderline Erkrankten zusammen leben oder jemanden mit dieser Erkrankung kennen. Eine Frau schrieb mir, das Buch sollte in jeder Arztpraxis ausliegen.

Auf der anderen Seite konnte ich die Geschichte, indem ich sie aufschrieb, in mir besser verarbeiten. Ich möchte anderen Menschen damit helfen, sie wachrütteln. Auch gesunde Menschen, um ein Feingefühl für diese Erkrankung zu bekommen.

 

8. Wie bist du zu tredition gekommen und wie funktioniert die Veröffentlichung dort? Wie sind deine persönlichen Erfahrungen mit dieser Methode? Was findest du besonders gut, was weniger?

Jeder On-Demand Verlag hat Vor- und Nachteile. Ich schaute mir mehrere an. Der Vorteil bei tredition ist der, dass die Bücher wirklich sehr gut gelistet werden. Sogar bei Weltbild kann man mein Buch finden. Man kann wählen, ob man nach der Veröffentlichung 25 Eigenexemplare erwerben möchte, oder erst ab dem 25ten Buch die Marge erhält, wenn man kein Eigenexemplar bestellt. Zu jedem Buch gibt es ein E-Book. Auch das verkauft sich, ich staunte nicht schlecht. Den Preis kann man selber wählen und da man für das E-Book 50% vom Verkaufspreis erhält, kann man dies auch sehr günstig anbieten. Außerdem erhebt tredition keine monatliche Datenerhaltungsgebühr.

 

9. Hast du schon eine Ahnung von deiner schriftstellerischen Zukunft?

Unter meinem richtigen Namen habe ich noch vier andere Bücher veröffentlicht. Da die Bücher erst seit Ende Januar zu finden sind, bin ich nun voll und ganz mit der Vermarktung ausgelastet. In meinem Nähkästchen schlummert aber noch ein humorvoller Krimi. Außerdem habe ich bei tredition einen Reisebericht und einen Gedichteband als E-Book veröffentlicht. Es wäre natürlich schön – und davon träumt wohl jeder Autor – einmal von einem großen Verlag entdeckt zu werden. Sagen wir mal so, ich arbeite dran ;-)  …

 

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg! Und danke für das Interview!

 

Die Homepage zu "Mein Borderline und ich" inklusive Leseprobe findet ihr übrigens hier.

Trackback-Url für diesen Artikel


Trackbacks / Pingbacks: 0

Kommentar schreiben

0 Kommentare

  • loading